Ratgeber · Grundlagen & Formel
Zinseszins vs. einfacher Zins: Der Unterschied in Zahlen
Einfacher Zins und Zinseszins klingen aehnlich, fuehren aber zu voellig verschiedenen Ergebnissen. Der Unterschied: Beim Zinseszins werden auch die bereits gutgeschriebenen Zinsen weiter verzinst. Ueber Jahrzehnte trennt das die beiden deutlich.
Zwei Arten, Zinsen zu berechnen
Zinsen sind nicht gleich Zinsen. Entscheidend ist, was mit den Erträgen passiert. Beim einfachen Zins werden sie aus dem Kapital herausgenommen, beim Zinseszins bleiben sie drin und arbeiten mit. Über kurze Zeiträume fällt der Unterschied kaum auf, über Jahrzehnte wird er gewaltig.
Einfacher Zins
Beim einfachen Zins wird in jedem Jahr nur das ursprüngliche Startkapital verzinst. Legst du 10.000 Euro zu 5 Prozent an, bekommst du jedes Jahr 500 Euro Zinsen, egal wie lange die Anlage läuft. Nach 30 Jahren hast du 30 mal 500 Euro, also 15.000 Euro Zinsen, und das Kapital ist auf 25.000 Euro gewachsen. Das Wachstum verläuft linear, also als gerade Linie.
Zinseszins
Beim Zinseszins bleiben die Zinsen im Kapital und werden im Folgejahr mitverzinst. Im ersten Jahr gibt es ebenfalls 500 Euro, doch im zweiten Jahr werden bereits 10.500 Euro verzinst, was 525 Euro bringt. Im dritten Jahr sind es 11.025 Euro, und so weiter. Aus 10.000 Euro werden bei 5 Prozent über 30 Jahre rund 43.200 Euro. Das Wachstum verläuft exponentiell, also als immer steiler werdende Kurve.
Der Unterschied in Zahlen
Im Beispiel trennt die beiden Verfahren nach 30 Jahren ein Betrag von über 18.000 Euro, obwohl Startkapital und Zinssatz identisch sind. Dieser Unterschied entsteht allein dadurch, dass beim Zinseszins die Zinsen selbst Zinsen tragen. Je länger die Laufzeit und je höher der Zinssatz, desto grösser wird die Lücke zwischen beiden Kurven.
Was das für dich bedeutet
Für den Vermögensaufbau ist der Zinseszins der entscheidende Mechanismus. Er entsteht von selbst, sobald Erträge reinvestiert statt entnommen werden, etwa bei thesaurierenden Fonds oder wenn Zinsen im Sparvertrag bleiben. Einfacher Zins begegnet dir eher bei kurzfristigen Anlagen oder Krediten mit laufender Zinszahlung. Der Zinseszins-Rechner zeigt dir das exponentielle Wachstum für deine Werte. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung.
FAQ
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einfachem Zins und Zinseszins?
Beim einfachen Zins wird jedes Jahr nur das urspruengliche Startkapital verzinst, die Zinsen werden ausgezahlt oder beiseitegelegt. Beim Zinseszins bleiben die Zinsen im Kapital und werden im Folgejahr mitverzinst. Dadurch waechst das Kapital beschleunigt.
Wie gross ist der Unterschied konkret?
Bei 10.000 Euro und 5 Prozent ueber 30 Jahre bringt der einfache Zins 15.000 Euro Zinsen, das Kapital steigt auf 25.000 Euro. Mit Zinseszins waechst dasselbe Kapital auf rund 43.200 Euro. Der Unterschied von ueber 18.000 Euro entsteht allein durch die Verzinsung der Zinsen.
Wo begegnet mir einfacher Zins?
Einfacher Zins kommt vor allem bei kurzlaufenden Anlagen, bestimmten Anleihen mit Zinsauszahlung und manchen Krediten vor. Beim langfristigen Vermoegensaufbau dominiert dagegen der Zinseszins, weil Ertraege reinvestiert werden.
Quellen