Ratgeber · Grundlagen & Formel

Die 72er-Regel: Wann sich dein Kapital verdoppelt

Wie lange dauert es, bis sich Kapital durch Zinseszins verdoppelt? Die 72er-Regel liefert die Antwort im Kopf: Teile 72 durch den Zinssatz. Bei 6 Prozent sind es rund zwoelf Jahre. Eine erstaunlich genaue Faustformel.

1 Min Lesezeit 312 Wörter 3 FAQs
Jan-Tristan Rudat
Jan-Tristan RudatRedakteur
Geprüft am

Eine Faustformel für den Zinseszins

Der Zinseszins lässt Kapital exponentiell wachsen, doch die genaue Formel mit Potenzen lässt sich nicht eben im Kopf rechnen. Hier hilft die 72er-Regel. Sie beantwortet eine der häufigsten Fragen der Geldanlage mit einer einzigen Division: Wie lange dauert es, bis sich mein Kapital verdoppelt?

So wird gerechnet

Die Regel lautet: Verdopplungszeit in Jahren ist ungefähr 72 geteilt durch den Zinssatz in Prozent. Einige Beispiele machen das deutlich.

  • Bei 3 Prozent: 72 geteilt durch 3 ergibt 24 Jahre.
  • Bei 6 Prozent: 72 geteilt durch 6 ergibt 12 Jahre.
  • Bei 8 Prozent: 72 geteilt durch 8 ergibt 9 Jahre.

Du brauchst also nur den Zinssatz zu kennen und kannst die Verdopplungszeit sofort abschätzen, ohne Taschenrechner.

Wie genau ist sie?

Die 72er-Regel ist eine Näherung, aber eine bemerkenswert gute. Im für die Geldanlage typischen Bereich von etwa 4 bis 10 Prozent weicht sie nur um wenige Monate von der exakten Rechnung ab. Mathematisch korrekter wäre die Zahl 69,3, doch 72 lässt sich durch viele Zinssätze glatt teilen und ist deshalb praktischer. Erst bei sehr hohen Zinssätzen über 15 Prozent wird die Regel spürbar ungenau.

Die Umkehrung nutzen

Die Regel funktioniert auch rückwärts. Wer ein Verdopplungsziel in einer bestimmten Zeit hat, teilt 72 durch die gewünschte Anzahl Jahre und erhält den nötigen Zinssatz. Für eine Verdopplung in 10 Jahren braucht es rund 7,2 Prozent Rendite pro Jahr, für eine Verdopplung in 15 Jahren etwa 4,8 Prozent. So lässt sich schnell einordnen, welche Rendite ein Ziel überhaupt verlangt.

Vom Schätzen zum Rechnen

Die 72er-Regel ist ideal für die schnelle Einordnung, ersetzt aber nicht die genaue Rechnung. Wer konkrete Beträge, Laufzeiten und Zinssätze durchspielen will, nutzt den Zinseszins-Rechner. Er zeigt das exakte Endkapital und macht den Unterschied zwischen verschiedenen Zinssätzen über lange Zeiträume sichtbar. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung.

FAQ

Häufige Fragen

Wie funktioniert die 72er-Regel?

Du teilst die Zahl 72 durch den Zinssatz in Prozent. Das Ergebnis ist die ungefaehre Anzahl Jahre bis zur Verdopplung. Bei 6 Prozent sind es 72 geteilt durch 6 gleich 12 Jahre, bei 4 Prozent 18 Jahre, bei 8 Prozent 9 Jahre.

Wie genau ist die Faustformel?

Im Bereich von etwa 4 bis 10 Prozent ist sie sehr genau, die Abweichung zur exakten Rechnung liegt unter einem halben Jahr. Bei sehr hohen Zinssaetzen wird sie ungenauer, dort passt die Zahl 70 oder 69,3 besser. Fuer Alltagsschaetzungen reicht 72 vollkommen.

Lässt sich die Regel auch umkehren?

Ja. Teilst du 72 durch die gewuenschte Verdopplungszeit, erhaeltst du den noetigen Zinssatz. Wer sein Kapital in 10 Jahren verdoppeln will, braucht rund 7,2 Prozent Rendite pro Jahr.

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Quellen

Worauf dieser Ratgeber sich stützt

Veröffentlicht · zuletzt geprüft
Verantwortlich: Jan-Tristan Rudat
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